Der Touristenweg verläuft durch die hügligen Gebiete des Westsudeten-Vorlandes (Pogόrze Zachodniosudeckie) sowie durch die weniger abwechslungsreichen, stärker bewaldeten Landstriche der Schlesisch-Lausitzer Tiefebene (Nizina Śląsko-Łużycka). Historisch gesehen sind es der östliche Teil der Oberlausitz (Gόrne Łużyce) und die westlichen Gebiete der Niederschlesien (Dolny Śląsk) – die ehemaligen Herzogtümer Jauer und Liegnitz (księstwo jaworskie, księstwo legnickie). Seit dem 14. Jahrhundert verlief die Geschichte beider Regionen unter der Krone des Königreiches Böhmen in gemeinsamen Bahnen. Die Epoche der Entwicklung wurde von dem verhängnisvollen Dreißigjährigen Krieg unterbrochen (1618-1648). 1635 wurde die Oberlausitz vom böhmischen König Ferdinand II. den sächsischen Fürsten aus dem Hause Wettin als Lehen übertragen, und sie integrierte sich mehr und mehr mit Sachsen. Oberschlesien (Gόrny Śląsk) blieb bis zum Ende des Ersten Schlesischen Krieges 1742 Teil des böhmischen Staates, danach fiel sie unter die Herrschaft der brandenburgisch-preußischen Hohenzollern. Aus dieser Zeit stammen die ältesten auf dem beschriebenen Gebiet erhaltenen Schlossparks, die nach einem geometrischen, gleichmäßigen Muster angelegt wurden. Die Anlagen von repräsentativem Charakter wurden auch von Nutzgärten und Orangerien begleiteten.

Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts, auf der Welle der Romantik und der aus England kommenden Mode, wurden an den Residenzen recht kleine, meistens Landschaftsparks angelegt. Mit der Zeit, im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden diese oft vergrößert, indem man Wiesen und Wälder eingliederte sowie Lichtungen und Sichtachsen schuf, welche die Parks in die in diesem Zeitalter immer mehr geschätzte Landschaft integrierten. Die im Geiste des Klassizismus oder Historismus umgebauten ländlichen Residenzen wurden meistens von Landschaftsparks umgeben. Parks wurden auch in den Städten angelegt, die sich entweder  der ehemaligen Befestigungsanlagen entledigen oder auch früher unbewirtschaftete Flächen eingliedern wollten. Diese Parkanlagen bekamen mit der Zeit den Charakter eines „Salons“ des jeweiligen städtischen Zentrums, sie wurden mit Denkmälern, repräsentativen Bauten und Freizeitobjekten gesättigt. Bewundert wurden nicht nur die Silhouetten historischer Stadtkerne, sondern auch die in diesem Zeitalter faszinierende Industriearchitektur, an welche die Stadtparks oft angrenzten. Seit  Beginn des 20. Jahrhunderts breitete sich nicht nur die Idee der „Gartenstädte“ aus – weniger Städte, als vielmehr ins Grün getauchte Siedlungen – sondern auch die Idee des Durchziehens der bewohnten Zonen mit Grünstreifen („Duchgrünen).

Nach 1945, als das beschriebene Gebiet ein Teil des von der UdSSR abhängigen polnischen Staates war, wurde die Niederschlesische Heide (die im Grunde größtenteils in der Lausitz liegt) überwiegend zu einem riesigen Truppenübungsplatz des Militärs, welcher meistens von den Truppen der UdSSR genutzt wurde. In dieser Zeit kam es zu einem Verfall der meisten Sehenswürdigkeiten, darunter insbesondere der Schlösser und der Schlossparks. In den letzten Jahren privatisiert, erlangen sie immer häufiger etwas von ihrem alten Glanz zurück. Die Selbstverwaltungsbehörden der Städte kümmern sich ebenfalls immer mehr um die Stadtparks.

 

Hauptobjekte auf dem Touristenweg:

  1. Kostrzyna (Trattlau), Schloss- und Parkanlage. Das barocke Schloss wurde in den Jahren 1756-1757 errichtet, vermutlich unter Verwendung der Überreste eines älteren Herrenhofs. Die Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert verwischten einen Teil der Stilmerkmale, er hat jedoch immer noch Elemente der architektonischen Pracht, u. a. ein Portal mit den Wappen der Bauinitiatoren, ein Risalit mit einer Loggia sowie ein Walmdach mit Gauben. Im Inneren sind Fragmente der früheren Ausstattung erhalten geblieben – verzierte Decken und Kamine. Zum Komplex gehören ebenso eine ehemalige Parkanlage sowie ein Vorwerk aus dem 19. Jahrhundert.
  2. Zgorzelec, städtische Parkanlagen. Der A.-Błachaniec-Stadtpark (Park miejski im. A. Błachańca) wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Den landschaftlichen Charakter dieses Ortes ergänzen heute u. a. zwei Teiche und das Städtische Kulturhaus (Miejski Dom Kultury). Eine wichtige Ergänzung des westlichen Parkteils ist die Grünanlage Pfarrer-J.-Popiełuszko-Platz (Skwer ks. J. Popiełuszki). Eine Verlängerung des Stadtparks bildet der Neiße-Park (Park Nadnyski). Kennzeichnend für diesen ist der geringere Eingriff in den Charakter der örtlichen  Grünflächen. Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Park ist reich an Treppchen und Aussichtslauben.
  3. Łagów (Leopoldshain), Gutshofanlage. An dem um 1581 errichteten Renaissance-Gutshof wurden grundlegende Renovierungen sowie ein Umbau vorgenommen, was die Überreste der Bastionen und die Elemente der Sgraffito-Verzierung der Fassade verwischte. Neben dem Gutshof befinden sich Vorwerksgebäude und ein im 20. Jahrhundert entstandener Landschaftspark mit einem Teich.
  4. Gronów (Gruna), Gutshofanlage. Die Entstehungsgeschichte dieses klassizistischen Gutshofs ist ein Quell von Spekulationen. Er wurde wahrscheinlich vor 1786 errichtet, obzwar eine andere Hypothese vom Jahr 1801 spricht. Er ist umgeben von  historischen Anlagen aus dem 19. Jahrhundert – Wirtschaftsgebäuden samt einer Eichenallee und einem recht kleinen Landschaftspark. Zurzeit ist der Gutshof  Zuhause und  Atelier der Malerin Wanda Stokwisz.
  5. Lasów (Lissa), Gutshofanlage. Das Renaissance-Schloss entstand im 16. Jahrhundert. Seit seiner Errichtung wurde es vielen Modernisierungen und Änderungen unterzogen; privatisiert wurde es erst am Ende des 20. Jahrhunderts. Heute können wir dessen endgültige Form bewundern – eines zweigeschossigen Gebäudes mit einem L-förmigen Grundriss, mit mittels Bossenwerk betonten Fassaden sowie einem Portal etwa aus dem Jahr 1670. Vor dem Schloss steht ein klassizistischer Springbrunnen, um den sich ein etwa 1881 modernisierter Park erstreckt.
  6. Pieńsk (Penzig), Stadtpark. Die Anfänge des Stadtparks (Park Miejski) in Pieńsk reichen in die 70er Jahre  des 19. Jahrhunderts zurück, als er an der Stelle der alten Ziegelei und der damit verbundenen Abbauräume entstanden ist. Bis zur jetzigen Zeit blieb er nur teilweise erhalten – die Kleinarchitektur des Parks wurde beinahe völlig zerstört. Gegenwärtig ist eine Revitalisierung dieser Flächen im Gange.
  7. Kliczków (Klitschdorf), Schlossanlage. Die Geschichte des Schlosses in Kliczkόw reicht in das 12. Jahrhundert zurück, als die schlesischen Piasten hier eine Grenzfestung errichteten. Sukzessiv ausgebaut stellt sie einen der besterhaltenen Schloss- und Burgkomplexe in Schlesien dar. Gegenwärtig schmücken prächtige Fassaden im Stil der Neurenaissance das Gebäude von außen. Das Schlossinnere ist reich an repräsentativen Räumen – u. a. Appartements, Hofsaal, Ballsaal, Bibliothek. Um das Schloss herum erstreckt sich ein Landschaftspark mit einem Teich, in dessen westlichen Teil sich das „Witwenschlösschen“ („Pałacyk Wdowy“) befindet – ein ehemaliges Forsthaus etwa aus dem Jahr 1800.
  8. Bolesławiec (Bunzlau), Parks. Die Grünanlagen in Bolesławiec entstanden in Folge einer Teilbeseitigung der städtischen Befestigungsanlagen. Die im Laufe der Jahre entstandene Promenade wurde um neue Bäume und Denkmäler bereichert, u. a. das Denkmal von Michail Kutuzow. In den erhalten Überresten der Stadtmauer wurden Renaissance-Portale platziert. Eine Ergänzung der Parkanlage ist der durch die Straße Sądowa abgetrennte Park, welcher das ehemalige Gerichtsgebäude aus den Jahren 1861-1864 umgibt.
  9. Tomaszów Bolesławiecki (Thomaswaldau), Schlossanlage. Das Empire-Schloss wurde im 18. Jahrhundert errichtet, wahrscheinlich an der Stelle eines Gutshofs aus dem 15. Jh. Zusammen mit den wechselnden Eigentümern durchlief das Gebäude zahlreiche Renovierungen. Heute schmücken u. a. mittels Bossenwerk akzentuierte Fassaden, ein Balkon-Portikus in der Vorderfront und Risaliten auf der Südseite die Gebäudesilhouette. Ostseitig des Schlosses ist ein 1701 erbauter Gutshof gelegen, gedeckt mit einem Krüppelwalmdach und einem Dachreiter. Zur Anlage gehören ebenfalls zwei Wirtschaftsgebäude, ein Stall und ein Park aus dem 19. Jh.
  10. Modła (Modlau), Schlossanlage. Das Schloss entstand in den Jahren 1564-1567, nach dem Eigentümerwechsel wurde es 1767 und 1869 gründlich der Reihe nach umgebaut. Ursprünglich bestand der Bau aus Wohngebäuden mit Türmchen an den Ecken. Ein Komplex, welcher ebenfalls einen Speicher, Parküberreste und ein Mausoleum umfasst hatte, wurde zerstört.
  11. Chocianów (Kotzenau), Schlossanlage. Die Anfänge des Schlosses in Chocianόw reichen in das 18. Jahrhundert zurück, als  Bolko I. der Strenge (Bolko I. Surowy) an diesem Standort eine Burg errichtete. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde sie Umbauten unterzogen, u. a. im 15., 17. und 18. Jahrhundert. Schließlich wurde sie zu einem Barockgebäude; während des letzten Umbaus wurde es auch um einen naturalistischen Landschaftspark erweitert, zu dem erhaltene Überreste von Skulpturen, Hainbuchenalleen und ein Wasserbecken gehören. Neben dem Schloss entstanden damals ebenso zwei Seitenflügel. Heute ist das Schloss in Privatbesitz und wird renoviert, der frei zugängliche Park hingegen allmählich unkenntlich wird.
  12. Niedźwiedzice (Bärsdorf-Trach), Schlosskomplex. Das Objekt entstand 1866. Ende des 20. Jahrhunderts wurde es einer Wiederherstellung unterzogen. Das Schloss ist ein zweiflügeliges Gebäude, bereichert um einen Turm, eine Loggia und architektonische Details. Zur Anlage gehören ebenso vier Hinterhäuser, ein Vorwerk, ein Gärtnerhaus, welches gelegentlich als Orangerie genutzt wurde, ein Pferdestall  und zwei Kuhställe. Drumherum erstreckt sich ebenfalls ein Landschaftspark, der um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert angelegt wurde, zurzeit nicht gepflegt und mit Unkraut bewachsen.
  13. Miłoradzice (Mühlrädlitz), Park. Der Park in Miłoradzice ist lediglich ein kümmerliches Überbleibsel des ehemaligen Schlosskomplexes, der in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden ist, und dessen Elemente heute nicht mehr erhalten sind. Im mittleren Teil des Parks befinden sich erkennbare Überreste einer Grabstätte – eines Mausoleums, es kann aber von dessen beinahe völligen Verwilderung und Zerstörung gesprochen werden.