Die Kutschigmühle

Am Fluss Skroda (Schrotbach), kurz vor der Mündung in die Neiße, befand sich im 19. Jahrhundert ein beliebter Erholungsort mit Ausflugsgaststätte, Mühle und Bootsteich – die Kutschig-Mühle. Reste davon sind heute noch erkennbar.

Vor dem II. Weltkrieg war die Kutschigmühle eine beliebte Ausflugsgaststätte. Die Neiße überquerte man entweder auf der Brücke in Sagar oder mit der Fähre im Bienengarten. Besonders beliebt war bei den jungen Pärchen der Heimweg von den dort stattfindenden Tanzveranstaltungen, führte er doch durch den dunklen Wald…
Heutzutage ist es schwer festzustellen, wo das Gebäude stand. Die wichtigsten Orientierungspunkte sind Schrotbach, Mühlgraben und der Brunnen. Die Reste von dem Brunnen sind noch zu sehen.

Auf dem Gelände hier befanden sich eine Mühle und Gaststätte, ein Biergarten und ein Park. Im Namen „Kutschig“ ist das sorbische Wort „kut“ (Winkel) enthalten. Auf einem Foto sieht man die Familie Schubert, die letzten Besitzer der Mühle. Das Gartenlokal hatte bis zu 600 Sitzplätze, die bei besonderen Feierlichkeiten wie Betriebsfesten oder Musik-Konzerten schon mal bis auf den letzten Platz besetzt sein konnten.

Wann die Mühle gebaut wurde, ist nicht überliefert. In einer Karte von 1823 gibt es 3 Mühlen am Schrotbach: den Schrothammer, eine Papiermühle und die „Kutschiger Mühle“. Das große Wehr wurde zum anstauen des Schrotbaches und umleiten des Wassers in den Mühlgraben errichtet. Der Mühlteich wurde gern für kleine Bootsfahrten und zum Baden genutzt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Strom nach Schrothammer und zur Kutschigmühle gelegt. Ab da wurde die Mühle mit elektrischen Motoren betrieben und das Wehr geöffnet. Der schöne Mühlteich verschwand.