Kurgan-Gräberfeld Białogórze (Lichtenberg)

Das Kurgan-Gräberfeld ist zusammen mit der Burgsiedlung in Białogόrze ein Beispiel für eine frühmittelalterliche Siedlungs- und Sepulkralstätte.

Lage und Beschreibung

Der Burgsiedlungs- und Friedhofskomplex befindet sich im Isergebirgsvorland (Pogórze Izerskie).

Das Kurgan-Gräberfeld befindet sich etwa 600 m nördlich der Burgsiedlung. Auf dem Gräberfeld lassen sich zwei Gruppen von Kurganen erkennen. Die Kurgane haben eine kreisförmige Grundfläche mit einem Durchmesser von 4 bis 8 m und eine erhaltene Höhe von etwa 0,4 bis 0,7 m.

Zwischen der Burgsiedlung und dem Gräberfeld befindet sich eine natürliche Geländesenke, die ca. 100 m lang ist. Möglicherweise stellte diese eine symbolische Grenze zwischen dem Gräberfeld und der Wehranlage dar.

Geschichte

Das Kurgan-Gräberfeld wurde den Forschern nach in zwei Phasen genutzt. Die erste Phase wird ins 7.-8. Jh. datiert, die zweite hingegen ins 9.-10. Jh. Krzysztof Jaworski merkt an, dass sich die ältere Kurgan-Gruppe näher an der Burgsiedlung befindet, die jüngere dagegen ein wenig weiter entfernt ist. Sofern die ermittelte Chronologie stimmt, wurde das Kurgan-Gräberfeld  noch vor der Entstehung der Burgsiedlung genutzt. In der Nähe wurde jedoch bis jetzt keine Siedlung entdeckt, deren Bewohner auf dem Friedhof im 7. Jahrhundert hätten beigesetzt werden können.

Der Burgsiedlungs- und Friedhofskomplex liegt auf einem Gebiet, das im Frühmittelalter von dem im Bayerischen Geograph genannten slawischen Stamm der Besunzane bewohnt wurde. Die Besunzane bewohnten ein recht kleines Territorium in der Gegend um Zgorzelec, auf beiden Seiten der Lausitzer Neiße.

Forschungsstand und -ergebnisse

Das Gräberfeld wurde 1929 von Otto F. Gandert entdeckt. Es wurde vor 1945 und von 1968 bis 1979 (mit Pausen) untersucht – von J. Gąssowski und H. Śledzik-Kamińska.

Von den 167 inventarisierten Kurganen wurden 25 Objekte genauer untersucht – 3 vor 1945 und 22 in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Kurgane haben eine kreisförmige Grundfläche. Die Aufschüttungen waren aus Sand. An deren Basis wurden Steinkreise und Gräben entdeckt. Im Inneren der Kurgane befanden sich vierseitige Holzkonstruktionen. Außer Keramikbruchstücken wurden Sporen, Teile von Messern, eine Achatperle, Glasperlen, ein Bernsteinanhängsel und ein Beil entdeckt.

Das Denkmal ist zugänglich. Die archäologische Stätte ist mittels Informationstafeln gekennzeichnet; hindurch verläuft ein Touristenweg.

 

 

Quelle: https://zabytek.pl/pl/obiekty/bialogorze-cmentarzysko-kurhanowe