Sie verschwanden nahezu unbemerkt: Große Sommerwurz, Bastard-Mohn, Fadenenzian und Wunderveilchen. Diese Blumen stehen für über zweihundert Pflanzenarten, die seit 1806 in Sachsen ausstarben. Das sind zehn Prozent der einheimischen Spezies – Tendenz steigend. Eine Schau im Senckenberg Museum widmet sich vom 11. Juli bis zum 27. September 2020 dieser „Verlorenen Vielfalt“.

Ein zehn Meter langer Zeitstrahl veranschaulicht, wann welche Pflanzenarten zuletzt nachgewiesen wurden. Diverse Exponate wie Herbarbelege, historische Florenwerke Sachsens und Vegetationskarten ergänzen die neun Themenbereiche der Ausstellungen.

Herbare, die botanischen Sammlungen von Museen und Hochschulen, sind die Orte, die gepresste Pflanzennachweise über Jahrhunderte bewahren. Diese Archive geben Auskunft über das Verschwinden aber auch das Auftauchen neuer Arten. Die Pflanzensammlungen sind zumeist Bürgerwissenschaftlern zu verdanken, die das Vorkommen der Pflanzen im Laufe der Zeiten dokumentierten.

Die Ausstellung aus dem Botanischen Institut der Technischen Universität Dresden beleuchtet die Gründe für den Verlust der Pflanzenvielfalt und stellt die Lebensräume vor, aus denen besonders viele Arten verschwanden. Dies betrifft vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Äcker und Wiesen, aber auch Feuchtgebiete.

„Die verschwindende Vielfalt – aussterbende und ausgestorbene Pflanzen in Sachsen“
Eine Ausstellung des Botanischen Instituts der Technischen Universität Dresden. Vom 11. Juli bis zum 28. September 2020 im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.