Neue Ausstellung widmet sich dem Alltäglichsten der Welt

 

Es gilt als ungehöriges Schimpfwort und ist im Alltag ein peinliches Tabuthema: Scheiße. Für Wissenschaft und Forschung ist „das was hinten ‘rauskommt“ jedoch oft ein begehrtes Untersuchungsobjekt. Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz widmet sich vom 16. November 2019 bis 19. April 2020 in seiner neuen Sonderausstellung „Alles Schei…“ – über die Bedeutung von Kot für Ökologie, Wirtschaft und Forschung dem Alltäglichsten der Welt. Dabei erfahren Besucherinnen und Besucher spannende Details aus den verschiedensten Themengebieten und können sich sachlich über das vielseitige Thema informieren.

Als Einstieg geht es in den Themenbereichen Verdauungssysteme und Verdauung um die Frage, wie unterschiedliche Tiere ihre Nahrung verdauen und wie Kot eigentlich entsteht. Von der einfachen Nahrungsaufnahme bei Amöben bis hin zum komplexen Verdauungssystem eines Wiederkäuers reichen die Beispiele. Auch die chemischen Vorgänge im menschlichen Verdauungssystem, die aus Kost Kot machen, werden erläutert.

In den Bereichen Nutzen und Nutzung spielen Düngewirkung und Energiegewinnung genauso eine Rolle wie die Tarnung von Käferlarven mittels Kot oder die Papierherstellung aus Weidetierkot. Bei einigen Pilzen, Moosen und auch Tieren geht die Anpassung an Kot als Lebensgrundlage so weit, dass sie ohne ihn nicht lebensfähig wären.

Die Bereiche Forschung und Medizin zeigen auf, welche wissenschaftlichen Fragestellungen in Biologie und Paläontologie mittels Kot untersucht werden. Auch in der Medizin kann die Untersuchung von Kot Hinweise auf Erkrankungen geben. Außerdem spielt Kot in der Verbreitung von Parasiten eine wichtige Rolle und die Hausstauballergie, eigentlich eine Allergie gegen Stoffe im Kot von Milben, betrifft Millionen Menschen allein in Deutschland.

Mit vielfältigen Anknüpfungspunkten an den Alltag befreit die vom Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim konzipierte Ausstellung ein spannendes naturwissenschaftliches Thema aus der „pfui-bah-Ecke“ und schafft Verständnis für verzweigte Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Ökologie.

Die Ausstellung ist bis zum 19. April 2020 Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Anmeldungen zu Führungen werden unter 03581 4760-5211 entgegen genommen.